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Die ersten Schritte: Wie SIE in die kinky Welt gekommen ist

Unsere SIE erzählt von ihren ersten Erfahrungen mit dem Thema BDSM und wo heute bei ihr die Alarmglocken hätten angehen sollen.


14 Jahre Beziehung und irgendwie hat man mittlerweile mehr das Gefühl mit seinem besten Freund zusammenzuwohnen. Kommt das jemandem bekannt vor? So ging es unserer SIE vor einigen Jahren.

Das Leben plätscherte vor sich hin, nicht schlecht, aber eben sehr berechenbar und wie auf Schienen. Der Sex? Quasi nicht mehr existent. IHR war das irgendwann nicht mehr genug und Versuche die Beziehung doch noch zu retten, kamen von beiden Seiten zu spät.


Raus aus dem gewohnten Alltag, rein in Sex and the City

Nach einer zwar sauberen aber trotzdem nicht einfachen Trennung, beschloss sie, genau das zu tun, was ihr Lieblingscharakter aus Sex and the City, Samantha, schon immer getan hatte: Sich sexuell ohne Tabus auszuleben und alles auszuprobieren, was ihr in den Sinn kam.

Also, ab auf Tinder, Bumble und Co und los ging das wilde Daten. Ein paar Wochen machte das auch durchaus Spaß und sie lernte bald einen Mann kennen, der das Thema BDSM ansprach. SIE hielt sich eigentlich eher für dominant, merkte aber schnell, dass die devote Rolle ihr durchaus lag.

Im Nachhinein stellte SIE fest, dass nicht alles, was der damalige Dom tat, wirklich cool war. Denn das Thema Konsens umging er teilweise und überredete sie zu Dingen, auch außerhalb des Schlafzimmers, bei denen ihr nicht wohl war, die sie aber trotzdem tat.

Ladies, hört auf gefallen zu wollen!

Diese Lektion müssen wohl viele Frauen lernen. Wir neigen dazu gefallen zu wollen und nicht auf unser Bauchgefühl zu hören. Das sollten wir uns dringend abgewöhnen und ganz ehrlich, ein Mann der euch zu Dingen drängt, die ihr nicht wollt, ist kein Dom oder sonst was, sondern ein Idiot! Egal wie gut er im Bett ist, es ist eure Entscheidung und ihr müsst euch damit wohlfühlen.

Nachdem dieser „Dom“ passeé war, fand sie schnell einen neuen, der ihr dann auch von Joyclub erzählte und meinte: „Hier wirst du Spaß haben, da ist wie eine Datingplattform, aber für Sex und coole Veranstaltungen.“

Gesagt, getan, und fast wieder gelöscht. Denn als Single Frau auf Joy, egal wie nichtssagend dein Profil ist, wirst du erst mal mit Anfragen überflutet. Dagegen sind andere Datingplattformen Kindergarten.

Als Single Frau auf Joyclub

Das soll weder arrogant noch sonst wie klingen, es ist völlig egal wie du ausschaust, mit einem verifizierten Frauenprofil auf Joy quillt dein Postfach innerhalb kürzester Zeit über.

Im ersten Moment ein Push fürs Ego, war SIE nach einer Woche allerdings so genervt, dass sie die App schon wieder löschen wollte. Nicht nur die schiere Anzahl der Anschriften, auch die Hartnäckigkeit mancher Männer nervte. Denn nein liebe Männer, wenn sie sagt keine Männer unter 1,80, dann ist das keine Einladung, sich mit 1,75 permanent aufzudrängen…

Frau sw

Der erste Dreier

Aber sei es wie es war, auch hier gab es durchaus positive Anschriften und eine stach erstmal besonders hervor: Ein Paar war auf der Suche nach einer zweiten Frau. SIE hatte bisher keine wirklichen bi-Erfahrungen, war aber neugierig. Also traf sie sich mit dem Paar und stellte zwei Dinge fest: Erstens, bei erfahrenen Paaren geht es schnell zur Sache, einfach nur beschnuppern und wann anders treffen ist eher die Ausnahme.

Zweitens: SIE steht nicht sonderlich auf Frauen. Die andere Dame super nett, witzig, ihr Mann ziemlich hot, aber ganz ehrlich? Bei Frauen mehr als Küssen oder Brüste streicheln ist nicht IHR Ding. Passiv ist das was anderes, aber unsere SIE ist insgesamt trotzdem sehr wenig bi-affin.

Der Abend war alles in allem schön, aber SIE stellte schon hier fest, dass sie sich bei drei Personen nicht so richtig wohlfühlt. Wen soll man als nächstes anfassen, fühlt sich einer zurückgesetzt, könnte jemand eifersüchtig werden, waren nur einige ihrer Gedanken. Gepaart mit der Tatsache, dass SIE nicht sonderlich Multitasking fähig ist und lieber selbst verwöhnt wird, beschloss SIE für sich, sich erstmal nur auf Männer und einen neuen dominanten Mann konzentrieren zu wollen

Tja, und so kam ER ins Spiel, denn SIE verirrte sich kurz mal auf sein Profil woraufhin ER SIE anschrieb.

SIE: Das erste Mal im Swingerclub

Nach einem zugegebenermaßen katastrophalen ersten Date, folgte irgendwie trotzdem ein zweites und hier wurde schnell klar: Die Chemie stimmt, aber irgendwie interessiert uns gemeinsam auch das Swingen, nicht nur BDSM. Und nach einer Weile stand der erste gemeinsame Besuch im Swingerclub an – für sie der erste Besuch dieser Art überhaupt.

SIE wusste, dass ER schon einige Erfahrungen mit seiner EX hatte, was zwar einerseits beruhigend war, da er sich auskannte, trotzdem auch ein komisches Gefühl mit sich brachte. Vor dem ersten Besuch natürlich auch für SIE die Frage: Was soll ich nur anziehen?!

Ladies, an dieser Stelle mal ein Wort allgemein zu Dresscodes: Macht euch nicht verrückt. Ihr habt sicherlich sexy Dessous und ein heißes kurzes Kleid oder so. Packt das ein und ihr seid gut angezogen, es müssen nicht direkt die teuren Swinger-Klamotten sein! Natürlich solltet ihr den Dresscode lesen und darauf achten, aber sicherlich gibt euer Kleiderschrank erst mal was her 😉.

Dann war er da, der erste gemeinsame Abend im Swingerclub. Wir hatten vorab einige Regeln sowie ein Codewort vereinbart. Sollte einer von uns dieses Codewort nennen, würden wir aus der entsprechenden Situation direkt rausgehen. Übrigens eine dringende Empfehlung von uns: Codewörter und auch haptische Signale vereinbaren! Ein bestimmter Griff oder was auch immer ihr dezent anwenden könnt, was eurem Partner sagt: Ich fühle mich unwohl, Abbruch.

Gestresst, überfordert aber irgendwie auch fasziniert

Im Club angekommen wurde die normalerweise recht selbstbewusste SIE schnell sehr still. Die ganzen neue Eindrücke, die Outfits, die Geräusche, die Gerüche, die unterschiedlichen Körper, die sich auch nackt pudewohl zu fühlen schienen – all das überforderte SIE erst einmal.

Nervös befahl sie ihm, nicht von ihrer Seite zu weichen. An diesem Abend lief dann auch sehr wenig, nur wir beide hatten miteinander Sex, und SIE stellte eine Sache sehr deutlich fest: Einen Voyeurfetisch hat sie definitiv nicht (im Gegensatz zu ihm). Tatsächlich schaut sie auch überhaupt keine Pornos, wohingegen erotische Literatur genau ihr Ding ist.

Trotzdem faszinierte die Erfahrung sie und nach ein paar weiteren Besuchen kam es dann auch zum ersten Paartausch. Und seitdem ist das Swingen fester Bestandteil unserer Beziehung.

Wenn ihr euch übrigens fragt, wie das Thema BDSM und Swingen zusammenpassen, lest doch diesen Artikel. Für uns sind es zwei unterschiedliche Spielarten, die wir persönlich gerne auch miteinander verbinden, was aber längst nicht für alle Leute gilt. Doch darüber an anderer Stelle mehr.

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